Von Udo Weiss

Es ist eine alte Weisheit, dass unsere Zukunft von der Entwicklung unserer Kinder abhängt, ganz gleich ob in der Familie, der Gesellschaft oder einem Sportverein. Doch ist die Kinder- und Jugendförderung mehr als eine Altersversicherung, sie ist eine soziale Verpflichtung, macht Freude und ist entscheidender, prägender Faktor für die individuelle Entwicklung jeden Kindes.


Das Kinderrudern (U15) beginnt meist im Alter von 10 bis 12 Jahren und endet bei den 14-Jährigen. Meisterschaften heißen hier noch bewusst Wettbewerbe, wie auch der Bundeswettbewerb für das Jungen- und Mädchenrudern (mit Ländermann-schaften und vorgeschalteten Qualifikationswettbewerben). Gerudert wird hier über die Kurzstrecke von 1000 m und über die Langstrecke von 3000 m, hinzukommen verschiedene Athletik-wettkämpfe.
Erfolgreich beim Landeswettbewerb, Tjorven Kieran, Pascal und Christian mit ihren Urkunden und den Trainern Michel und Lars
Dabei ist die Verantwortung, die Sportvereine in dieser Entwicklungsstufe der Kinder übernehmen, groß. Es geht um mehr als um eine rein körperliche Aufbauarbeit, denn neben der körper-lichen Entwicklung, verändern sich auch die neuronalen Systeme. Zentralnervöse Veränderungen bedingen eine Optimierung der Aufmerksamkeit und des Arbeitsgedächtnisses. Neben diesen kognitiven Veränderungen kommt es zu einer spürbaren Persönlichkeits- und Sprachentwicklung. Wiederum ein zentraler Bereich der sozialen Entwicklung spielt die Rolle der Eltern, die mehr und mehr relativiert wird, da der Einfluss gleichaltriger Freunde (Peers) schrittweise zunimmt. Hier werden neue Werte erlebt und auch gelebt. Es findet eine Selbstfindung statt, bei der die Wertegemeinschaft im Sportverein entscheidenden Einfluss hat und genau dieser Verantwortung muss sich jeder Sportverein, jeder Trainer bewusst sein.
Verantwortungsbewusste Eltern stellen sich daher häufig die Frage: Wem vertraue ich mein Kind an?

Spaß - Freude - Werte
Der ARC zu Münster hat sich eine Förderung des Kinder- und Jugendruderns vorgenommen, die auch dem Leistungsgedanken entspricht, aber ihn nicht in den Vordergrund stellt. Mit großer Mehrheit stimmten die ARCler in der letzten MV für den 10-Punkte-Katalog, den die Arbeitsgruppe „Strategische Ausrichtung des ARC“ erarbeitet hatte. Unter Punkt eins und acht heißt es u. a.:
Der ARC zu Münster baut das Kinderrudern aus und stabilisiert die Gruppe. Für den Frühsommer müssen neue Kindertrainer*innen gefunden worden sein. Das Angebot von etwa 3 bis 4 Einheiten/Woche soll beibehalten bzw. ausgebaut werden. Ziel wäre ein Angebot für etwa 10 Kinder während des Trainings in der Woche und 20 Kindern am Wochenende, um den Kindern ein Gruppenerlebnis zu geben.
Nach intensiven Gesprächen war klar, die Rahmenbedingungen und das gegenseitige Vertrauen stimmte und so haben wir gute Kinder- und Jugendtrainer gefunden, die aus den eigenen Reihen, aber auch von externen Vereinen stammen:
(s. Bild unten v.l.n.r.) Luca Frankenstein, Michel Laschke, Lars Saphörster und Lars Böschen
Luca rudert seit über sieben Jahren bei uns, ist erfolgreicher Leistungssportler (Deutscher Meister) und hat die Gesamtkoordination übernommen.
Michel Laschke, besser bekannt als „Michi“, war schon als Kind auf Regatten für den ARC erfolgreich unterwegs und blickt auf eine zweijährige Tätigkeit im Jugendvorstand zurück.
Lars Saphörster sagte von sich selbst, er sei vom Rudervirus infiziert, ist seit sieben Jahren im ARC zu Münster und gestaltete 2018 gemeinsam mit „Michi“ das Kindertraining.
Lars Böschen gehört seit 2009 zur ARC-Familie und hat damit, wie er sagt, fast sein halbes Leben im Rudersport verbracht. Er unterstützt bedarfsorientiert das Kindertraining und ist sonst primär im Jugendbereich unterwegs.
Jens Ellerkamp (Bild unten) ist seit seinem achten Lebensjahr aktives Mitglied im ARC zu Münster. Er trainiert die Kinder am Bootshaus Mauritz und ist Mitglied des Jugendvorstandes. Sein Ziel: bei Kindern die Freude am Rudern wecken.

Maximilian „Max“ Ludwig, selbst erfahrener Rudersportler, ist aus Kassel zu uns gekommen. Er hat im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Luca abgelöst und hat sich bereits hervorragend bei uns integriert.

Ebenfalls neu im Team ist (s. unten) Carly Abbenhaus. Auch sie ist eine erfahrene Ruderin und zugleich immer noch Kindertrainerin beim RV Emscher Wanne Eickel. Sie war zudem Betreuerin von Tjorven auf dem Bundeswettbewerb in München. Ebenso wie Max ist sie an beiden Bootshäusern tätig.

Auch wenn es wirklich eng wird, Kinder und Jugendliche auf Regatten betreut werden müssen, aber nicht alle jungen Ruderer dorthin fahren, fällt das Training nicht aus. Unermüdlich springt Dagmar Schneider ein und stellt ein regelmäßiges Training sicher.
Viel Hintergrundarbeit wurde geleistet und insbesondere unser junges, neues Trainierteam sowie die Jugendabteilung selbst, haben sich umfassend engagiert und zusätzliche Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Osterhits für Kids war ein Hit, bei dem nicht alle Anmeldungen erfüllt werden konnten.

Auch deshalb wurde ein weiteres Angebot geschaffen und in der vierten Ferienwoche, wiederum mit großer Resonanz angeboten.

So ist es gelungen, alle Kinder des Vorjahres zu halten, viel neue zu gewinnen und somit eine fast neue Kindergruppe aufzustellen. Bei meinem letzten Besuch des Kindertrainings am Bootshaus Hiltrup, konnte ich 22 aktive Kinder zählen.

Zurück zur Strategie, diesmal Punkt acht:
Der ARC zu Münster fördert das Schulrudern in AG´s und im Unterricht.
Es werden Angebote für Kinder (z.B. Schüler*innenregatten) entwickelt, um sie in die clubinternen Trainingsgruppen der Kinder und Junioren überzuleiten.
Zunächst wurde der Kontakt zu den Lehrern gesucht und wieder aufgenommen.
In Absprache mit Dirk Schulte-Wörmann, Protektor am Johann-Conrad-Schlaun- Gymnasium, entwickelte Michael Herzog mit großem Engagement ein Trainingsprogramm zum Aufbau eines Schul-Vierers mit Steuermann. Anreize, Herausforderungen schaffen und Ziele setzen, waren das Geheimnis dieses Projekts. Und es trug Früchte: Das Schülerrudern ist stabiler Faktor und wird kontinuierlich mit Unterstützung unserer Trainer an beiden Boothäusern durchgeführt. Wer einmal zusehen möchte, kann gern vorbeikommen:


Schülerrudern
Am Bootshaus Mauritz rudert das Rats-Gymnasium (Sommerhalbjahr) jeden
Dienstag von 14:30 bis 16:00 Uhr (AG)
Mittwoch von 15:30 bis 17:00 Uhr (Q1)
von 17:00 bis 18:30 Uhr (Q2)
und das Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium
Donnerstag von 13:45 bis 15:15 Uhr
von 15:30 bis 18:00 Uhr (LK).

Am Bootshaus Hiltrup findet man das Kardinal-von Galen-Gymnasium jeden
Montag von 12:05 bis 13:15 Uhr
von 13:30 bis 15:00 Uhr

Mittwoch von 08:00 bis 09:00 Uhr
von 10:40 bis 11:50 Uhr

und das Immanuel-Kant-Gymnasium am

Montag von 15:30 bis 17:00 Uhr
Donnerstag von 13:55 bis 15:30 Uhr

Schul-Cup 2018

Der Schul-Cup wurde vom Vorstand des ARC zu Münster ins Leben gerufen, um den Schülerinnen und Schülern, die im Rahmen des Sportunterrichtes das Rudern erlernen, eine weitere Motivation zu bieten. Er soll eine zusätzliche Perspektive, ein reizvolles Ziel darstellen und im Rahmen der Zielsetzung des ARC zu MS das Kinder- und Jugendrudern fördern. Seitens des ARC besteht die Hoffnung, dass die Schülerinnen und Schüler hierdurch Gefallen am Rudersport finden und in den ARC zu MS eintreten, was in einigen Fällen schon geschehen ist.

Erstmalig startete das „Kant-Gymnasium“ eine Projektwoche „Rudern“ am Bootshaus Hiltrup. Das Interesse war groß, 90 Anmeldungen lagen vor, doch nur 32 Anmeldungen konnte realisiert werden. Natürlich wurden die anderen Ruderinteressierten mit Hilfe unserer Jugendabteilung aufgefangen. Es hat sich also eine Menge getan, der Nachwuchsbereich ist stabilisiert und ausgebaut worden. Und es lohnt sich. Der Bernkasteler RV beschreibt dies beim Thema Kinder-/Jugendrudern so: Verantwortungsbewusstsein, Umsicht, Teamgeist und Disziplin ergeben sich im Rudersport durch den Umgang mit wertvollen Materialien, der Schifffahrt, den natürlichen Gewässerbedingungen und den notwendigen Gleichtakt im Mannschaftsboot fast natürlich, auch wenn es hier und da sanfter Unterstützung bedarf. Dies gilt sowohl für freizeit- als auch leistungssportlich aktive Jugendliche.
Alles hat sich also beim ARC zu Münster sehr positiv entwickelt, nur leider kann unser Material, unsere Ausstattung, mit dieser Entwicklung nicht mithalten. Im Kinderbereich haben wir momentan nur vier, maximal fünf regattataugliche Boote, was bei der Größe der Kindergruppe im nächsten Jahr zu Problemen führen wird, denn natürlich möchten wir kein Kind außen vor lassen.

Wir benötigen Kinderskulls und zumindest einen neuen Kindereiner.
Wer daher einen Spender kennt, sollte sich ein Herz fassen und ihn ansprechen oder an uns vermittelten. Das Boot (s. unten) bekäme natürlich seinen Namen.

 

Das komplette Dokument mit allen Bildern und in optisch schöner Form findet Ihr hier.