Bereits zum 59. Mal feierte der Akademische Ruder-Club (ARC) zu Münster am vergangenen Wochenende seinen Saisonabschluss- und Winterball.

Rund 70 Mitglieder folgten der Einladung in die festlich geschmückten Räume des Hauses Stapleskotten.

Udo Weiss, Sprecher des Vorstandes, hieß die Gäste herzlich Willkommen und gab einen kurzen Rückblick auf ein spannendes Jahr 2019.

Viele Projekte wurden gänzlich neu angestoßen und einige Investitionsstaus konnten behoben werden, so dass sich beide Ruderstandorte in Mauritz und Hiltrup in einem guten, leistungsfähigen Zustand befinden. Ein absolut ausgeglichener Haushalt ist schon jetzt absehbar und auch eines der wichtigsten Vorhaben ist gelungen: die Mitgliederzahl ist wieder auf fast 300 angewachsen und die Anzahl der Kinder und Jugendlichen konnte auf 73 deutlich gesteigert werden. Bei uns darf also Zufriedenheit und Frohsinn dominieren und wir können mit Freude und Zuversicht 2020 auf das 60. Lebensjahr des ARC zu Münster blicken, so Udo Weiss. Mit diesen einleitenden Worten wurde, stellvertretend für die ehrenwerten Alt-Senioren, Hans Rath begrüßt, der mit einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten am 21. Juli 1969 den Akademischen Ruder-Club zu Münster gegründet hat.

Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte die Würdigung der Regatta- und Breitensportler. Zuvor gab es einige Anekdoten aus der Geschichte eines der ältesten Sportverbände der Welt, dem Weltruderverband FISA, geründet 1892, zu berichten. Als Zeitzeuge fungierte Holger Siegler, Mitglied im ARC zu Münster und Schiedsrichter bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000. Holger Siegler wurde zum „Medaillenmacher“ im Finale des Frauen Einers. Ekatarina Khodotovitch, aus der Republik Belarus, ging gegen ihre Hauptkonkurrentin Rumjana Nejkowa aus Bulgarien an den Start. Eines der spannendsten Finale, dessen Ergebnis mit bloßem Auge nicht zu erkennen war. Die Anzeigetafel zeigte zunächst die Bulgarin als Olympiasiegerin an, doch dann kam der deutsche Schiedsrichter Holger Siegler und führte eine der ersten entscheidenden Videoauswertungen durch und korrigierte damit das Ergebnis, eine spannende Geschichte.

Doch auch der ARC zu Münster blickt in diesem Jahr auf eine ausgeprägte Regattasaison zurück. Anders als bei vielen anderen lokalen Sportvereinen ist dies stets auch mit einem riesigen logistischen Aufwand verbunden, da nahezu ganz Deutschland und das Ausland bereist werden muss. Die besuchten Regattastrecken reichten auch diesmal wieder von Lübeck im Norden bis nach München – Oberschleißheim im Süden und international ging es in die Niederlande, nach Österreich und Ungarn.

Zudem hat der ARC zu Münster als einer der Träger des Münsteraner Regattavereins zwei Regatten auf dem Aasee realisiert und insgesamt an 37, im letzten Jahr waren es noch 29, Regatten teilgenommen. Hierbei erreichten die Ruderinnen und Ruderer des ARC zu Münster insgesamt 54 Siege, also sogar drei mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Die Jugendlichen hatten in diesem Jahr nicht nur Freude, denn Joana Rodrigues, die noch auf dem Aasee den ersten 1. Platz der Saison für den ARC zu MS holte, und Jonas Böder fielen verletzungsbedingt aus. Viel Freude mit ihren ersten Plätzen in Münster, Bremen und Krefeld haben Pascal Dominik und Kieran Holthues gemacht.

Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Hamburg erreichten Maike Eckert, Antonia Elke, Katharina Börns und Freya Zündorf im Frauen-Vierer die Bronzemedaille.

In der Ersten Ruder-Bundesliga wurde der Münster-Achter der Männer mit Florian Marchand und Volker Sauer Vizemeister

Stephan Klaus wurde u. a. im Vierer o. Stm. in Hamburg Deutscher Meister, zudem, wie Heiko Gravelschomaker, gelang Platz 2 und Platz 3 bei den World Masters in Budapest.

Auch Heinz-Jürgen Stehr erreichte u. a. zweimal Platz 1 bei den World Masters in Budapest.

Berthold Weitkemper wurde Vizemeister im Einer bei den offenen Österreichischen Masters Meisterschaften und fuhr gemeinsam mit Klaus Tönnies weitere drei zweite Plätze ein.

Rudern ist so faszinierend, wegen seiner Vielfalt, so auch im Breitensport, so Udo Weiss vom ARC zu MS. Hier rudern Menschen, die genauso enthusiastisch nahezu täglich aufs Wasser gehen und zwar bei nahezu jedem Wetter. Sie sind die Meister des Alltags und bei uns die Kilometermeister und werden mit dem Goldenen Rollsitz ausgezeichnet. Bei den Damen war dies Birgit Scheibe mit 1.423 km und bei den Herren Franz Nonte mit 1.044 km.

Anfang des Jahres hat es einen fast kompletten Wechsel im Vorstand gegeben und dadurch war ein Dank bei der Mitgliederversammlung nicht möglich und so wurde dies auf dem Winterball nachgeholt. Der Dank ging an Florian Marchand, vormals Leiter Sport, an Hermann Thoene, vormals Schatzmeister und schließlich an Rebecca Karbach, die als Schriftführerin aktiv war und immer noch fleißig unterstützt.

Auch Maximilian Ludwig, Mitarbeiter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes und als Troubleshooter stets erfolgreich im Einsatz, wurde würdig verabschiedet. Als Student der Polizei erhielt er symbolisch eine prall gefüllte, stilechte Schultüte.

Geselligkeit, Tanz und Unterhaltung rundeten schließlich den Abend ab, der erst nach Mitternacht endete.

 

Udo Weiss

 

Hier der Artikel auf Münsteraktiv.de