Der Stadthafen Münster
Quelle: wikepedia, 20.12.2007
Geschichte
Der Hafen im Jahre 1902
Der Bau eines Hafens in Münster begann 1896. Die Stadt erwarb dafür Grundstücke in der Größe von 23 Hektar südöstlich der Innenstadt, aber außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Als Wasserweg war der Dortmund-Ems-Kanal an den Hafen angeschlossen, außerdem lief die Eisenbahnlinie Münster – Hamm am Hafen entlang. Die Be- und Entladung der Schiffe geschah über Eisenbahnkräne, die neben dem Hafenbecken Gleise erhielten. Zusätzlich wurden Lager und ein Hafenverwaltungegebäude errichtet. Ebenfalls am Hafen lagen ein E-Werk und die Wagenhalle für die örtliche Straßenbahn. Der Bau war 1898 abgeschlossen, die Einweihung fand am 16. Oktober 1899 statt. Die Kosten für Grunderwerb und Bau beliefen sich auf 1,85 Mio. Mark, davon wurden 220.000 von Staat übernommen, den Rest bezahlte die Stadt. 1901 wurde von der Spedition „Peters“ ein Hafen in der Nähe des städtischen Hafenbeckens errichtet. Dieser wurde 1913 von der Stadt aufgekauft und ist als Stadthafen II bekannt.
Der Hafen der Stadt Münster war von Beginn an als Importhafen ausgelegt. Von den 38.000 umgeschlagenen Tonnen im ersten Jahr waren dementsprechend 35.000 Tonnen Importe. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Umschlag im Hafen 1913, als 220.000 Tonnen Waren nach Münster herein und heraus geschafft wurden. Dies waren neben Getreide vor allem Bauholz. Während des Ersten Weltkrieges gingen die Warenmengen stark zurück, erholten sich aber nach dem Ende des Krieges schnell wieder. So lag die Umschlagmenge 1923 bei über 350.000 Tonnen. Begünstigt wurde dies durch die Ruhrbesetzung: Die Hafenarbeiter im Ruhrgebiet hatten ihre Arbeit niedergelegt, weshalb die Ladungen Schiffe in Münster gelöscht wurde und per Eisenbahn südwärts transportiert wurde. Nach Ende der Blockade sank die Menge wieder auf ca. 125.000 Tonnen jährlich.
1933 traf die Weltwirtschaftskrise auch den Hafen Münster, die Umschlagzahlen sanken auf Werte unter denen von 1918. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten stieg der jährliche Umschlag jedoch auf weit über 500.000 Tonnen, mehrheitlich Baustoffe zur Errichtung von Wehrmachtsgebäuden. Während des Krieges wurde der Hafen mehrmals schwer von den alliierten Bomberverbänden getroffen. Trotzdem konnte der Hafen bis 1944 weiterhin genutzt werden, es wurde 1944 250.000 Tonnen Waren umgeschlagen. 1945 wurde der Hafen vom Statistischen Amt der Stadt als „völlig unbrauchbar“ beschrieben. Noch im selben Jahr wurde das Wasser aus den Hafenbecken abgelassen, um nach Blindgängern zu suchen. Der Wiederaufbau des Hafen ging schnell vonstatten, bereits im März 1946 konnte der Betrieb wiederaufgenommen werden. In diesem Jahr wurden fast 150.000 Tonnen Waren nach Münster gebracht. Auch danach wurden große Mengen an Baustoffen für den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Münsters benötigt, die über den Hafen eingeführt wurden.
Nachkriegszeit
Kurz nach dem Wiederaufbau, 1953, geht der Hafen in den Besitz der Stadtwerke Münster über. Anfang der 1960er Jahre erreichte der Münstersche Hafen dann seine Blütezeit. So wurden 1962 über 1,3 Mio. Tonnen umgeschlagen, größtenteils Getreide und Baustoffe. In den folgenden Jahren ging die Bedeutung des Hafes als Güterumschlageplatz allerdings zu Gunsten des Lastentransports per LKW zurück. So wurden in den 1990er Jahren weniger als 300.000 Tonnen jährlich umgeschlagen. Diese Zahlen sanken weiter auf 266.000 Tonnen 2005, auch bedingt durch die Schließung des Kohlekraftwerks im Hafen und die Eröffnung eines GuD-Kraftwerk.
Der Kreativkai
Da 1996 die Erbpachtverträge ausliefen konnten die Stadtwerke Münster als Betreiber des Hafens die Gebäude anderen Bestimmungen zuführen. So wurde das nördliche Ufer als Kreativkai angelegt, wo Ateliers, Verlage, Werbeagenturen und Gastronomiebetriebe angesiedelt wurden.
Heute sind am Hafen unter anderem die Stadtwerke mit ihrem Hauptsitz angesiedelt, zusätzlich der Coppenrath Verlag, der die Felix-Bücher von Annette Langen veröffentlicht, der Hot Jazz Club sowie das Wolfgang-Borchert-Theater. Außerdem ist dort Münsters größtes Kino, das Cineplex, angesiedelt, das in Münster auch seine Deutschland-Zentrale unterhält. Nur einen Steinwurf entfernt liegt die Halle Münsterland.
Einmal jährlich findet im Hafen Münster das Hafenfest statt. Dieses dreitägige Fest zieht mehrere Tausend Besucher in den Hafen.
.... und der Hafen startet durch beim alljährlichen Hafenfest
Von Raphael Weiss
Die Leistungssportler des Akademischen Ruder-Clubs (ARC) zu Münster und des Rudervereins (RV) Münster von 1882 gehören seit Jahren zu den Spitzensportlern des Rudersports. Gefahren wird auf Langstreckenregatten, über die normale Wettkampfdistanz von 2.000 Meter und auf Sprintregatten von ~ 500 Metern. Gerade Sprintregatten bieten auch für nicht Ruderbegeisterte faszinierenden Spitzensport mit begeisterndem Event-Charakter.
Der Akademische Ruder-Club zu Münster (ARC) möchte diese Stimmung allen Besuchern des Hafenfestes näher bringen und lädt zum Münsteraner Hafensprint am Samstag, den 24. Mai 2008 in den Stadthafen ein. Zwei bzw. drei Boote fahren nebeneinander und nahezu jedes Rennen bringt die Entscheidung.
Rudern ist ein Sport für Männer und Frauen, für Jung und Alt, für Spitzen- und Breitensportler. Ausdauer, Konzentration, Technik, Harmonie, Disziplin und Teamgeist werden abverlangt und gefördert. Kaum eine andere Sportart beansprucht so alle Körperpartien wie der Rudersport.
Der ARC zu Münster hatte 2007 ein buntes Programm zusammengestellt, das im Rahmen des Hafenfestes Einblicke in das breite Spektrum des Rudersports, Spaß und Unterhaltung bot.
Schüler-Gig-Vierer und Lehrer-Schüler-GigVierer unterschiedlicher Münsteraner Schulen gingen ab 15:45 Uhr gegeneinander an den Start. Der Hochschulsport war mit sechs Klinker-Vierern erschienen. Renn-Vierer und Senioren Mixed Renn-Vierer wurden zu Wasser gebracht.
Einen besonderen Höhepunkt bot gegen 17:00 und 18:00 Uhr das Rennen der Achter. Während in der ersten Abteilung ehemalige Leistungssportler an den Start gingen, wurde in der zweiten Abteilung ein Prominentenrennen gefahren.
Ex-Bürgermeister und Ratsherr Günter Schulze-Blasum, "Jovel" Steffi Stephan, Titus Dittmann, Carsten Ulmer, langjähriger Frontman bei Starlight Exzess und die Olympiateilnehmer Frank Müller und Volker Sauer, zugleich Silber- und Bronzemedaillengewinner im Achter der Weltmeisterschaften in Amsterdam und Neuseeland, die Brüder Bracht vom Rock-Pop-Duo "die Zwillinge" und der Polizeipräsident Münster, Hubert Wimber, wurden unterstützt durch Münsteraner Ruderer und lieferten sich ein packendes Rennen. Alle hatten sich schon zwei Wochen zuvor kräftig in die Riemen gelegt, trainiert und waren voller Tatendrang.
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